Selbstvergebung ~ Eine Tarot-Übung für Frieden

Selbst-Vergebung: Eine Tarot-Übung für Frieden.

Selbstvergebung ist eine der wichtigsten Übungen. Denn immer wieder versemmeln wir es (scheinbar). Und dann kommen nagende Zweifel und Selbst-Vorwürfe, die uns lähmen oder einfach nur ärgern.

 

Vielleicht war es nur eine kleine Fehlentscheidung, oder aber wir haben den Karren anständig gegen die Wand gefahren. Was auch immer uns zu schaffen macht, wenn wir uns nicht zu vergeben lernen, tragen wir doppelt schwer. Da ist einerseits das Gewicht des Fehlers selbst. Und andererseits die Last eines angeschlagenen Selbstbilds.

 

Schuldzuweisungen helfen nicht. Solange wir einen Fehler nicht richtig anschauen, tendieren wir zu hastigen, unüberlegten Verbesserungs-Aktionen. Doch sobald wir verstehen, warum wir ungünstig gehandelt haben, verschwinden die Vorwürfe und wir lernen tatsächlich dazu.


Hier ist eine Tarot-Übung, wenn es Zeit ist, dein Selbstbewusstsein wiederherzustellen. Finde deinen Frieden & Humor wieder - es nützt allen.


Verfehlungen sind ein verfehltes Ziel

Diese Legung ist wortwörtlich auf meinem eigenen Mist gewachsen. Sie wurde aus der Not geboren, als ich mir wegen meines Verhaltens gegenüber einem Anderen tagelang Vorwürfe machte.

 

Diese Legung beschäftigt sich mit 3 wichtigen Merkmalen der Selbstvorwürfe & Schuldgefühle.

  1. Wir wissen oft gar nicht, was wir uns eigentlich vorwerfen
    Weil Gefühle der Scham und Schuld so unangenehm sind, nehmen wir sie häufig nur als diffuses Hintergrundgeräusch wahr. Wir fühlen uns einfach mies, ohne genau zu wissen, woraus dieses "mies" besteht.

  2. Wir haben keinen Fehler gemacht, wir haben unser Ziel verfehlt
    Unbedachte Worte, gebrochene Versprechen, ungeschickte Handlungen ... Hinterher wollen wir zwar im Boden versinken, doch währenddessen steckt eine gewisse Logik hinter unserem Verhalten. Was wollten wir eigentlich bezwecken? Es nimmt viel Druck von uns, das herauszufinden.

  3. Wir lernen nichts daraus, weil wir in Schuldgefühlen feststecken
    Schuldgefühle sagen: "Ich bin ein schlechter Mensch; ich verdiene Strafe." Wer von diesem Grundgefühl regiert wird, sucht ständig nach kurzfristigen Lösungen, um noch etwas zu verbessern. Wenn ich unzufrieden mit mir bin, schraube ich ständig an mir oder den Dingen herum. Die Lösung: einen Schritt zurückgehen und das Thema mal in aller Ruhe und mit etwas mehr Selbstachtung beleuchten.

Wie die Übung funktioniert

Diese Legung kümmert sich um alle oben genannten Punkte und bringt so Licht ins Dunkel. Besondes wohltuend daran ist, dass sie dir die verborgene Intelligenz und auch die Liebenswürdigkeit hinter deinem vermeintlichen Fehler zeigt. Sie hilft dir, ohne großes Gerede erst einmal mit dir ins Reine kommen. Du findest durch diese Übung auch konkrete Schritte, um im Außen für Versöhnung zu sorgen.

 

Du brauchst: ein Kartendeck deiner Wahl (auch ein anderes als Tarot), Papier für Notizen und etwa 30 Minuten Zeit.

Selbstvergebung mit Tarot

Kartendeck: Universal Waite

1) DIE SITUATION - Bewusst aussuchen.

Diese erste Karte wählst du bewusst. Vielleicht möchtest du ein einigen Stichworten festhalten, worum es geht.

Was ist geschehen? Was wirfst du dir vor? Was ist das Störendste an der ganzen Sache?

Nun gehst du durch dein Deck und wählst eine Karte, deren Bild und Stimmung das Thema für dich einfängt.

Dieser Vorgang des bewussten Wählens ist übrigens die beste Methode, um Tarotkarten nach und nach mit der Bedeutung zu füllen, die sie für dich haben und sie zu einem Coaching-Werkzeug zu machen.

 

Mein Beispiel: 2 der Schwerter

Ich habe scharfe Worte verwendet und einen Menschen abgewiesen, an dem mir schon seit längerem etwas seltsam schien. Am meisten stören mich jetzt die Selbstzweifel: Habe ich überreagiert? Habe ich mein Gegenüber falsch eingeschätzt und zu Unrecht verletzt? Hätte ich doch helfen sollen?

 

Alle folgenden Karten ziehst du verdeckt.

 

2) WAS ICH WOLLTE

Diese Karte ist eine echte Wohltat! Sie gibt dir Gelegenheit, dein grottiges Verhalten zu rechtfertigen :) Womit hattest du Recht? Warum war dein Fehltritt begründet? Was wolltest du in Wirklichkeit erreichen?

 

Mein Beispiel: Ritter der Stäbe, auf dem Kopf

Für mich repräsentieren Stäbe den Willen und Ritter die Fähigkeit, all unsere Ressourcen in eine Richtung zu bündeln. Dieser feurige Ritter steht auf dem Kopf. Das ist eine sehr direkte hitzige Energie, die verharmlost, versteckt oder gelöscht wird. Ich denke sofort an verdecktes Wollen, verdeckte Avancen. DAS war es auch, was mich an diesen Begegnungen wirklich gestört hat. Also, was wollte ich? In einer Wischi-Waschi-Situation endlich Farbe (und Feuer) bekennen.

 

 

3) MEIN TATSÄCHLICHER FEHLER

Jetzt weißt du, was du eigentlich wolltest. So fällt es dir leichter zu erkennen, was du dir vorwirfst. Meistens hast du gesunde Ziele mit ungesunden Mitteln verfolgt und DAS wurmt dich. Zeit, noch einmal hinzuschauen: was genau war nun der Fehler?

 

Mein Beispiel: Königin der Münzen

Diese Königin steht richtig herum und verkörpert auf den ersten Blick einen Menschen, der gut im eigenen Körper und Zuhause angekommen ist. Diese Königin verfügt über ausreichend Ressourcen und versorgt sich und ihre Lieben. Was könnte also der Fehler sein? Wenn mein Ziel war, mit Intensität meinen Standpunkt zu vertreten (Karte 2), dann bin ich eindeutig zu umsorgend, gutmütig und einladend aufgetreten. *erwischt*

 

 

4) WAS ICH JETZT TUN KANN

Jetzt wo alles auf dem Tisch ist, tut es gut zu wissen, dass jeder Fehler behoben werden kann. Diese Karte zeigt dir, was du jetzt unternehmen kannst, um dich wieder zu respektieren. Versuche, 2-3 konkrete Aktionsschritte zu formulieren, die du HEUTE anwenden kannst, um dich mit dir zu versöhnen. Die für dich richtigen Schritte sind nicht unbedingt leicht (z.B. dich entschuldigen), aber sie machen "klick"!

 

Mein Beispiel: III Die Herrscherin

Interessant, hier taucht wieder eine weibliche Karte auf. Das sagt mir, dass der weibliche Zugang aus Punkt 3 an sich nicht falsch war. Auch die Lösung beinhaltet das weibliche Prinzip. Um meine Grenzen in Zukunft klarer abzustecken, muss ich also nicht zum Gegenteil der Karte 3 werden (härter, abweisender). Nein, ich kann die "Kaiserin" in mir stärken. Meine 3 Schritte:

  • Die Kaiserin stellt für mich einen körperlicher Zugang dar: Die unangenehmen Erinnerungen an diesen Austausch einfach im Körper spüren, wenn sie auftauchen. So werden sie verdaut, statt zerdacht.
  • Gut auf mich achten, gerade weil es mich ein bisschen beutelt. Konkret bedeutet das in meinem Fall: gutes Essen, Zeit, Ruhe und einen Wohnungsputz einplanen.
  • Mich wieder als Kaiserin in meinem Leben sehen: Sichtbar bleiben, mich nicht verstecken, mich nicht kleiner machen. Ich habe dazu eine eigene Meditation.

 

 

 

5) WORUM ES GEHT

Diese Karte ist eine Zusatzinformation, ein abschließender Hinweis zu deiner Situation.

 

Mein Beispiel: 6 der Schwerter

Das Bild auf der Karte könnte nicht sprechender sein: Sachen packen und weiterziehen. "Lerne die Lektion und reise weiter." Alles nur halb so wild.

 


Tarot mit Susanna

Manche Angelegenheiten lassen sich nicht mit dem Verstand allein lösen.

Gutes Tarot macht sichtbar, was dein Herz jetzt zu sagen hat.


Stilvolle Readings zum Immer-Wieder-Lesen (auch anonym)

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Ingrid (Donnerstag, 15 Oktober 2015 09:18)

    Tolle Übung, liebe Susanna! Diese Übung kann man sicher oft brauchen.

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