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Ahimsa. Wie wir freundlich zu uns selbst werden.

Ahimsa: Wie wir freundlich zu uns selbst werden. | Embody Yoga Blog

Schmerz ist unvermeidlich. Leiden ist Optional.

 

Ich habe einmal gehört, dass schwer verletzte Soldaten in Lazaretten des 2. Weltkriegs oft weniger Schmerzmittel benötigten, als Zivilisten, die die selben oder schlimmere Verwundungen davon trugen.

 

Beide hatten Schmerzen. Aber für die Soldaten war ein verlorenes Bein das Ticket zurück in die Heimat, während für die Zivilisten durch den Verlust des Beins eine Welt zusammen brach. Sowohl Zivilisten als auch Soldaten hatten Schmerzen. Aber richtiges Leiden fühlten nur die Zivilisten.

 

Die gleichen Verletzungen hatten unterschiedliche Bedeutungen. Und dieser Unterschied wirkte sich sogar auf das körperliche Schmerzempfinden aus.

 

Wann immer wir leiden, vermischen sich zwei Arten von Schmerzen:

Der primäre Schmerz ist unmittelbar. Das ist zum Beispiel der körperliche Schmerz, oder die Enttäuschung über einen Verlust.

Der sekundäre Schmerz entsteht durch die Bedeutung, die wir der Sache geben. Zum Beispiel: "Ich muss wohl wertlos sein." oder "Mein Leben hat keinen Sinn mehr." Ohne diese Geschichte wäre Schmerz einfach purer Schmerz, und kein Leiden.

 

Deshalb heißt es, dass Schmerz unvermeidlich, aber Leiden optional ist.

 

 

Leiden entsteht durch Mentale Gewalt gegen dich

Sobald du dich unbehaglich oder verstimmt fühlst, kannst du gleich prüfen, welche Bedeutung du einem Erlebnis gibst. Welche Geschichte erzählst du dir über dich selbst und deinen Wert? Zu wieviel Prozent glaubst du an diese Geschichte? Das ist der Prozentsatz, zu dem du leidest.

 

Erzählt wird diese Geschichte von DER STIMME. Diese Stimme kennt eigentlich jeder Mensch irgendwann im Leben: Sie ist der gehässige Kommentator im Hinterkopf.

 

Anfangs dachte ich, dass es mir mithilfe des Yoga gelingen sollte, diese gehässige Stimme ein für alle Mal auszuschalten. Irgendwann habe ich dann festgestellt, dass diese Stimme nicht verschwindet, aber ihre Macht verliert. Sie ist sogar recht praktisch, denn sie erinnert mich immer wieder daran, Freundlichkeit zu üben. Echte Freundlichkeit umfasst nämlich alle Menschen. Also auch mich.



अहिंसा

ahiṃsā

A-himsa: Sanskrit für Gewalt-Freiheit, die Abwesenheit von Gewalt.

 

Irgendwann bemerken wir, dass die Stimme der Gewalt eine Lügnerin ist. Sie verspricht uns lauthals, dass eines Tages alles gut wird, wenn wir uns nur lange genug von ihr zurechtschimpfen lassen. Aber in Wirklichkeit hat sie hat noch niemanden attraktiver oder erfolgreicher gemacht.

 

 

Die Wortwahl Gewaltfreiheit zeigt, dass wir Gewalt nie endgültig ausmerzen, aber frei von ihr werden können. Wir können zum Beispiel unser Feingespür für die vielen Gesichter der Gewalt trainieren. Wir können untersuchen, was die Gewalt so verlockend macht. Und wir können üben, einen hilfreicheren Weg einzuschlagen, als Gewalt.

 

 

Es ist also Zeit, dem bösen Kommentator im Hinterkopf die Treue zu kündigen!

 

Ahimsa auf der Matte

Es ist eigentlich ziemlich einfach:

 

In jeder Haltung kannst du entscheiden, ob du die gehässige Stimme verkörpern möchtest, oder die Wahrheit über dich selbst:

  • Die Kommentare der gehässigen "Stimme" verhärten und schwächen deinen Körper. Du bemerkst deinen Atem nicht, oder hältst ihn an. Deine Yogapraxis ist getrieben von Vergleich und Unzufriedenheit. Danach fühlst du dich genauso entfremdet wie davor.
    Die "Stimme" wirft dir vor, noch immer nicht perfekt zu sein und schlägt dir vor, dich selbst zu misshandeln, bis du es vielleicht wirst.
  • Die Kommentare der "Wahrheit" gestatten deinem Körper seinen natürlichen Rhythmus. Du hörst auf die Intelligenz deines Körpers und traust dich, deinem Energiepegel entsprechend zu üben. Die Yogastunde ist getragen von Freude und Fokus. Dein Atem gibt den Ton an. Du fühlst dich danach mit dir verbundener als davor.
    Die "Wahrheit" erinnert dich daran, dass du jetzt und hier in Ordnung bist und macht dich neugierig auf das, was in dir vorgeht, statt zu verurteilen.

Ahimsa zu üben bedeutet, die Impulse der Gewalt wahrzunehmen und eine Alternative zu finden. Es geht nicht darum, heilig zu werden, sondern uns als heilig zu behandeln. Es geht darum, jede Asana so auszuführen, wie es die Stimme der Wahrheit gerade vorschlägt. Diese Erfahrung nehmen wir in uns hinein und speichern sie ab.

 

Dort, wo wir zuvor nur Unzulänglichkeit sehen konnten, entdecken wir unsere Gestaltungskraft wieder. Wir erobern, kurz gesagt, unser Herz zurück.


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