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Meditation, Schmerzen & Heilung: 5 Wegweiser

Chronische Schmerzen oder plötzliches Aua: Meditation hat sich bewährt, um dauerhaft unabhängig von Schmerzmitteln zu werden. Wie? Hier 5 Wegweiser.
Wenn der Körper ein Trümmerhaufen ist: Meditation & Yoga bei Schmerzen

 

Pochen, Ziehen, Brennen, Stechen, Bersten... Schmerz hat viele Gesichter. Egal welches er uns zeigt: Wir möchten ihn so schnell wie möglich wieder verschwinden sehen.

 

Diese Woche habe ich zum allerersten Mal erlebt, wie ein tiefer Zustand der Meditation meine bis dahin kaum bezähmbaren Regelschmerzen nicht nur linderte, sondern vollkommen umwandelte. Wo vorher der Schmerz alles überschattete, fand ich große Verbundenheit, Freude, Weisheit und Entspannung.

 

Wie du dir vorstellen kannst, hat mich dieses Erlebnis sehr berührt und das Vertrauen in meinen Körper und die unglaubliche, schmerz-verändernde Kraft der Meditation gestärkt.

 

Wie können uns Meditation & Yoga bei Schmerzen helfen? Hier sind 5 Wegweiser. 


Leiden ist optional

Schmerzen kennen wir alle, aber Leiden ist optional!

Meditation und Yoga haben sich bewährt, um seelische und körperliche Schmerzen nicht nur zu lindern, sondern sie in persönliche Kraft und Zuversicht umzuwandeln. Das heißt: Sie machen uns unabhängig von Schmerzmitteln.

 

Wie das genau funktioniert, kannst du z.B. bei Jon Kabat-Zinn nachlesen. Seine Bücher über Achtsamkeit und Meditation basieren auf den Erfahrungen, die er mit chronischen Schmerz-Patienten und Menschen mit posttraumatischem Stresssyndrom (PTSD) gemacht hat.

5 Wegweiser durch den Schmerz

1. Freiheit

Halte dir Medikamente als Option immer verfügbar.

 

Schmerzmittel sind nicht an sich  böse oder gut! Du könntest sie ja mit einer anderen Absicht einnehmen. Statt sie zu schlucken um weiterzuschuften wie bisher, nimm sie, um eine Pause einzulegen, in der du dich auch wirklich entspannen kannst.

 

Schmerz ist immer ein Vorschlag, es langsamer anzugehen. Warum also nicht den Schmerz erträglicher machen UND ein wenig meditieren, schreiben oder schlafen?

 

Meine Erfahrung: Mir die Möglichkeit zu lassen, eine Schmerzweg-Medizin zu nehmen, hat es mir erlaubt, mich auf den Schmerz einzulassen. Bis es plötzlich nicht mehr nötig war, eine Pille zu schlucken.

2. Krankheit als Denkfehler: Ein Denkfehler!

Liebe Yogis, Vorsicht vor dieser New-Age-Falle: "Krankheit als Denkfehler"!

 

Sicherlich bist du mit den Gedanken der Pioniere der Selbstheilungsbewegung schon bekannt gemacht worden. Ihr Ansatz: Unser Körper versteht natürlich, was wir denken und reagiert darauf, macht es sichtbar. Wir bekommen Schnupfen, wenn wir die Nase voll haben, Magengeschwüre wenn uns Sorgen im Magen liegen, usw. ... Zahlreiche Bücher listen die seelische Bedeutung unserer Beschwerden auf.

 

Der Ansatz ist genial, elegant UND kann - wie jede Medizin - in der falschen Dosis giftig sein.

 

Denn er kann zum Irrglauben verleiten, dass mit der richtigen Denke alle Krankheiten vermeidbar wären. Zweiter Irrglaube: Ein erkrankter Mensch ist in irgendeiner Weise fehlerhaft. Er/sie hat sich durch falsche Einstellung z.B. den Krebs selbst eingebrockt. 

 

Fakt ist: Erkrankungen sind Teil des Lebens. Wir alle durchlaufen sie und werden davon aufgefordert, etwas über Gesundsein und Mitgefühl zu lernen.

 

Solltest du dir Vorwürfe machen, weil du Schmerz erlebst: Ab in die Tonne damit! Leg die Krankheits-Deutungsbibel zur Seite und frag deinen Schmerz selbst, was er dir eigentlich sagen möchte. Kein fremder Autor kann das wissen!

3. Wissen

Manchmal machen uns Schmerzen zu Experten!

 

Wenn du mehr über deinen Körper weißt, erhöht das deinen Respekt und auch deine Fähigkeit, ihm das Richtige zu geben. Wenn du Aufbau und Funktionsweise der schmerzenden Stellen kennst, kannst du sie z.B. in der Meditation gezielter entspannen.

 

Wissen ist Macht - Eigenmacht in diesem Fall!

4. Kooperation

Wenn dich dein Schmerz in die Knie zwingt: lass ihn! Beobachte, bevor du ein Medikament nimmst: Was möchte dein Körper am liebsten tun? An die frische Luft gehen? Liegen? Ein warmes Bad nehmen?

 

In welchen Stimmen "sprechen" die schmerzenden Stellen zu dir? Sind sie weinerlich, zornig, sorgenvoll, ...? 

 

Wenn du Schmerzen erlebst, hast du direkten Zugang zu verborgenen Teilen deines Unterbewusstseins - vielleicht einer der wenigen Vorteile dieser Situation!

 

Schreibe auf, was diese Anteile über dich oder das Leben allgemein zu sagen haben. Spüre diese Gefühle, lass die Worte raus, bis sich der Druck legt.

5. Achtsamkeit

Die Meisterdisziplin im Umgang mit Schmerz ist sicherlich die Fähigkeit, sich mit Achtsamkeit ins Zentrum dieser Empfindungen zu begeben. Pema Chödrön nennt es "im Feuer sitzen".


Intensiver Schmerz ist in dieser Hinsicht tatsächlich hilfreich, um diese innere Haltung zu erlernen. Denn Schmerz garantiert, dass du gedanklich nicht abschweifen kannst: Es tut einfach zu weh!

 

Um im Feuer zu sitzen, empfehle ich, unbedingt Unterstützung zu haben. Hole dir weise Begleitung - real oder im Geiste. Du solltest jedenfalls fühlen, dass du nicht alleine bist!

 

Die Technik ist denkbar einfach und fordert deine ganze Fähigkeit, dich einzulassen.

Du gehst (mit Begleitung) in die Mitte des Schmerzes. Wirst ganz Gefühl. Ganz Ohr. Ganz Auge. Innere Bilder, Worte, Empfindungen werden dich fluten wie eine Welle. Die Kunst ist es, alles was du erlebst, so vollständig und widerstandslos zu fühlen, wie es dir möglich ist. Gib deinen Empfindungen  eine Stimme und erlebe dich als Auge des Sturms.

 

Was dort geschieht, ist schwer beschreibbar: Schmerz verwandelt sich in reine, intensive Empfindung. Uralte Spannungen und Prägungen werden vor deinen Augen aufsteigen, ihre Geschichte erzählen und langsam verglühen.

 

 

Eine Neugeburt wie Phönix aus der Asche ... Das ist das Geschenk, das uns die aufrichtige Begegnung mit großem Schmerz macht!

Ich wünsche dir alles Gute!

Schmerz lass nach! Mehr Inspiration:

  • Hier eine Yoga-Playslist für die nicht so hellen Tage, um heil durch das Aua zu kommen.
  • Eine Meditation, die ich auf Englisch aufgenommen  habe: Emotional Rescue.
  • Und eine Tarot-Meditation, um dich in Selbst-Vergebung zu üben.
  • Dieser Artikel ist für die zweite Woche der #21Days of OM bei Yogamehome entstanden. Dort gibt es einen 4tägigen Achtsamkeitskurs mit Karl Semelka. Wenn du noch teilnehmen willst, schau hier!

 


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Kommentare: 3
  • #1

    Karin (Donnerstag, 17 November 2016 17:23)

    ich leide nach einem unfall vor einigen jahren unter schmerzen und kann das mit der meditatin nur bestättigne. sehr hilfreich. danke.

  • #2

    Markus (Freitag, 21 April 2017 11:11)

    Hi,
    schöner Beitrag, danke! Ich finde es sehr hilfreich in die unangenehmen Körperempfindungen hineinzuatmen. Es ist am Anfang nicht ganz einfach, aber wenn ich zum Beispiel Magenbeschwerden habe, mich ich eine Meditation, wo ich mir vorstelle, wie der Atem zu den Magenschmerzen strömt und diese lindert. Das hat mir tatsächlich schon sehr oft geholfen. Die Schmerzen müssen zuerst angenommen werden, erst dann kann sich etwas verändern.
    Gruß,
    Markus

  • #3

    Susanna (Montag, 24 April 2017 11:01)

    Lieber Markus, wie schön, was du berichtest! Ist es nicht erstaunlich, welche Heilkräfte in uns schlummern? Ich wünsche dir noch viele solcher bereichernden Erfahrungen.
    Liebe Grüße, Susanna

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