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Tarot ~ Archetypen einer Neugeburt. Reading zu einer Liebesbeziehung

Wie sieht Archetypen-Arbeit in der Praxis aus?

Hier führe ich dich durch die Highlights meiner Arbeit mit Erica, die die Dynamik mit ihrem Liebhaber näher beleuchten wollte.


Erica

Sie ist ein hinreißendes Vollweib: Anfang vierzig, groß, dunkle Locken, erfolgreiche und engagierte Selbstständige, magisch angezogen von neuen Horizonten und Herausforderungen.

 

Sie hat zwei Kinder im Volkschulalter und seit einigen Monaten einen Liebhaber, mit dem sie über Emails kommuniziert. Die beiden sehen sich etwa einmal im Monat.


Erica bezeichnet ihre Verbindung als "Lern-Beziehung".

Sie ist im letzten halben Jahr durch ihre persönliche Unterwelt gegangen und am anderen Ende mit einem völlig neuen Selbst- und Weltbild wieder aufgetaucht.

Lieben im Einklang mit dem Selbst

"Plötzlich hatte ich die Eingebung, dass mich diese Rolle der Liebhaberin enorm einschränkt. Ich habe ihn damit konfrontiert; ihm geschrieben, dass ich mich momentan nach einer fixen Beziehung sehne.

 

Hauptsächlich interessiere ich mich dafür zu wissen, ob ich diese Beziehung im Einklang mit meinem Selbst führe. Ich bin mir meiner Bedürftigkeiten bewusst und befürchte manchmal, diese Beziehung aus den falschen Gründen zu führen."


Sicherheit, Risiko & Sinnlichkeit

Ericas 3 wichtigste Archetypen

Erica_Archetypen-Reading
Ericas vollständiger Archetypen-Reigen

VATER - SPIELERIN - ATHLETIN

 

Eine der Hauptmotivationen der vergangenen Entwicklung war die Arbeit am "inneren Vater". Dieser Archetyp sorgt innerlich für Themen wie Schutz, Anleitung und ein positives Regelwerk. In seiner ungeheilten Form ist er tyrannisch, maßregelnd, unterdrückend. Dieser Archetyp liegt auf dem Platz der integrierten Kraft. Im Gespräch stellt sich heraus, dass Erica jetzt darauf vertrauen kann, nicht länger aus dem negativen Aspekt des Vater-Archetyps heraus zu leben.

 

"Im Rückblick war ein Hauptteil meiner Bemühungen auf die Heilung dieser Wunden gerichtet. Mir selbst die Sicherheit zu sein, die ich vermisst habe."

 

Die Spielerin ist ein Archetyp, der auf seine Instinkte horcht und immer wieder Risiken eingeht. "Wer nicht wagt, der nicht gewinnt", ist das Motto der Spielerin.

Dieser Archetyp beschreibt die speziellen Fähigkeiten, die Erica momentan zu entwickeln versucht.

 

Das wirft ein neues Licht auf die momentane Entwicklung mit ihrem Liebhaber: es liegt weniger das Eingehen einer herkömmlichen Verbindung nach gesellschaftlichen Normen. Ericas tiefster Antrieb ist das Spiel mit vielen möglichen Beziehungsformen, Konzepten und Selbstbildern im Bezug auf Partnerschaft, Sexualität und Weiblichkeit.

 

Ein gewisses Risiko gehört natürlich auch dazu: der Archetyp der Spielerin lebt vom Nervenkitzel, ohne Garantien alles auf eine Karte zu setzen. Dazu gehört auch die Unfähigkeit einer Spielerin, ihrem Umfeld weiszumachen, aus welchen Gründen sie handelt: denn das Ergebnis ist unvorhersehbar.

 

Der Archetyp der Athletin zeigt eine stark körperbetonte Lebenseinstellung. Dieser Archetyp gehört nicht nur zu Profisportlern, sondern zu allen Menschen, die ein tiefes Interesse daran haben, die Grenzen des Körperlichen oder Materiellen durch Selbstdisziplin und Ausdauer zu überwinden.

 

Die Athletin zeigt das Kleid, in dem sich das Leben momentan für Erica darstellt. Sie weist sie darauf hin, Chancen zu nutzen, in denen sie durch die Kraft und Lernfähigkeit ihres Körpers vorankommen kann. Ich weise sie darauf hin, dass sie viele ihrer Kindheitserinnerungen als "Körperreisen" wieder betreten hat und gerne ausgelassen tanzt, wenn sie sich niedergeschlagen fühlt.

 

"Da fällt mir ein, dass ich mich immer schon sehr gerne bewegt habe. Aber bei klassischem Sport bekomme ich schnell zu wenig Luft, das ist richtig beängstigend."

In der Tiefe

Arbeit mit den Tarot-Archetypen

Tagebuch

Auf der nächsten Ebene beginnen wir, die archetypischen Muster ganz konkret in Ericas Alltag aufzuspüren: von ihrer Art, in Beziehung zu treten, über ihre Denk- und Arbeitsweise, bis hin zu ihrer Einrichtung und Kleidungswahl.

 

Erica hat das Deck und die spezielle Legeform gewählt:

Osho Zen-Tarot und 7-Ebenen-Legung.

 

Damit gehen wir nun in die Tiefe:

Der Kern der Sache : Erlösung & Empfänglichkeit

Im Zentrum - im Herz der Dinge - liegt eine Kraft, die Ericas Verwandlung treffend zum Ausdruck bringt:

"Erlösung". Im Märchen ist das der Augenblick, in dem die Aufgabe der Heldin vollbracht ist. Ein Bann wird gebrochen und Totgeglaubtes erwacht zu neuem Leben.

 

Auf emotionaler Ebene zeigt diese Karte eine neu gewonnene Liebesfähigkeit für sich und Andere, die sich unaufhaltsam in alle Lebensbereiche ausdehnt. Sie hängt eng mit Ericas Wunsch zusammen, sich selbst mit allen Qualitäten zu versorgen, die ihr früher gefehlt haben. Nur dadurch ist ihre gegenwärtige Risikofreude überhaupt möglich: weil sie die gängigen Illusionen zum Thema Liebe hinter sich gelassen hat, kann sie sich zeigen wie sie ist.

 

In weiterer Folge wirkt sich das aus auf die Art und Weise, wie sie ihr Innenleben zum Ausdruck bringt und Entscheidungen fällt. Hier geht es ihr nicht mehr darum, eine Situation so zu verformen, dass sie ihre Unsicherheiten ausgleicht, sondern sich ganz und gar auf das einzulassen, was ihr begegnet. (Erlebnis)

 

Die Spielerin in ihr erlaubt ihr auch, ein neues Selbstbild der Weiblichkeit zu entwickeln. Ihr Augenmerk ist verstärkt darauf gerichtet, mit Risikofreude zu handeln und dann mit offenen Händen abzuwarten, was das Leben ihr zuspielt. Sie ist regelrecht auf der Pirsch nach solchen Gelegenheiten. (Empfänglichkeit)

 

Ich frage Erica, wie sie vor ein paar Monaten noch auf Reiz-Situationen in Beziehungen reagiert hätte.

 

"Das ist erstaunlich: ich komme häufig noch in die selben Situationen. Und ich kann mich dann erinnern, wie die alte Erica reagiert hat. Aber heute bin ich so zentriert, bleibe bei mir - und erlebe eine völlig neue Erica. Das ist riesig - eine wirkliche Erlösung."

 

 

Beziehungsebene: Erschöpfung & Kummer

Auf der Beziehungsebene liegt die Erschöpfung, auf dem Platz der grundlegenden Lebenssituation und Vitalität der Kummer.

 

Das zeigt die Kehrseite der "Spielerin": aus der gesunden Risikofreude wird ein "Sich-Preisgeben" in Beziehungen, das Ericas natürliche Grenzen verletzt und sie auslaugt.

 

Die Athletin weist darauf hin, dass Ericas Waghalsigkeit auch körperliche Auswirkungen hat: sie fühlt sich müde. Für ihren Beruf fehlt die Kraft.

 

Ihre Vitalität ist von einer gewissen Traurigkeit überschattet. (Kummer)

 

Meiner Ansicht nach ist der wichtigste Auslöser dafür Ericas Tendenz, sich im Beziehungsbereich gelegentlich zu sehr zu offenbaren, sich zu nackt und verletzlich zu zeigen.

 

 

Die Wandlung: archetypische Lernaufgaben

In diesem Schritt beginnen wir, die Bilder und Symbole zueinander zu verschieben und unsere Reaktion darauf zu beobachten. Neue Zusammenhänge machen klare Lösungen erkennbar.

 

Welche Strategie hilft Erica in ihrem Umgang mit dem Geliebten weiter?

 

Meiner Erfahrung nach geht es bei jenen Menschen am schnellsten voran, die über gesunden Selbstrespekt verfügen. Dazu kommt die Fähigkeit, sich selbst und anderen mit Güte und Offenheit zu begegnen. Beides ist bei Erica stark vorhanden (Erlösung, Möglichkeiten). Sie nimmt wahr, dass sie das Zeug dazu hat, durch ihre persönliche Veränderung eine vertrackte Situation schnell zu verwandeln.

 

Von erschöpfender Risikobereitschaft zu Führung

Ericas Spielerin lernt im ersten Schritt, ihre Karten im Einklang mit Instinkt und Intuition auszuspielen.

 

Risiko ist nicht immer eine geeignete Methode - die erste Wandlung zeigt, wie Erica allmählich von
übermäßiger Risikobereitschaft und Offenheit an einen Punkt innerer Sicherheit in ihrer Beziehung gelangt, wo sie sich ganz und gar dem Prozess hingeben kann, der sich entwickelt.

 

Vom Kummer zur Feier

Sollten noch Narben vergangener "Seelen-Strips" übrig sein, so schwindet mit Ericas wachsendem Vertrauen in ihre Beziehungsfähigkeit auch der Kummer über frühere Erfahrungen.

 

Lebensfreude und Dankbarkeit entwickeln sich dann auf ganz natürlichem Wege.

 

"Die Frauen auf dem Bild der Feier haben Ähnlichkeit mit mir, wenn ich tanzen gehe. Häufig erlebe ich dann eine grundsätzliche Dankbarkeit fürs Leben und seine Erfahrungen, ganz egal ob sie schmerzhaft oder schön sind. Diese Dankbarkeit gibt mir große Kraft."

"Keine Scham, zu sein wer ich bin"

Das Nachspiel

Sofia_Skadé
"Sofia", aus dem Göttinnenzyklus

Ericas Rückmeldungen nach der Archetypen-Arbeit:

 

"Am nächsten Tag ist mir das mit der Erschöpfung erstmals so richtig aufgefallen: wie sehr es mich ausgelaugt hat, ihm zu gefallen und mit einem riesigen Aufwand dafür zu sorgen, dass wir uns sehen können.

 

Ich habe dann bewusst alle E-Mails gelöscht und die Briefe verbrannt. Seine und meine. Im Prinzip waren diese Briefe alles, was ich greifbar von unserer Beziehung hatte. Ich habe mich daran festgekrallt. Aber das Loslassen davon war enorm befreiend. Ich habe da erst gemerkt, wie sehr ich in Erinnerungen geschwelgt habe und wie ermüdend es war, immer und immer wieder unsere Briefe zu lesen, jedes Wort zu interpretieren und zu hinterfragen.

 

Meine Situation bildlich vor mir zu sehen hat mir die Augen dafür geöffnet, dass ich im Geheimen noch immer nach fremden Lebenskonzepten zu leben versucht habe. Ich habe mich abgemüht, mich in irgendeine Vorstellung von "richtiger" Beziehung zu pressen. Stolz bin ich, dass ich das Risiko eingegangen bin, ihn mit meinen Wünschen zu konfrontieren und unbequem zu sein.

 

Jetzt merke ich aber wieder, dass es momentan ums Lernen und Ausprobieren geht. Ich lasse eine "fixe" Beziehung auf mich zukommen. Jetzt fühle ich mich nicht bereit dazu UND: erstmals habe ich überhaupt keine Scham, mir das einzugestehen. Davor habe ich versucht, mich umzumodeln.

 

Als ich meinen Liebhaber dann wieder gesehen habe, war das eine wunderbar gelöste Begegnung. Davor war ich oft wie schock-gefrostet, wie ein Kaninchen vor der Schlange.

 

Wenn ich mir die Energie meiner Archetypen vergegenwärtige, fühle ich, dass ich mich entspanne und ganz ich selbst bin. Die Hölle der letzten Monate hat mich an einen Ort großen Vertrauens gebracht. Ich habe Vertrauen in mich und auch ins Leben.

 

Die archetypischen "Muster" in meinem Leben zu erkennen und aus dieser Sicht auf die Ereignisse zu blicken, hält mich an diesem Ort des Selbstvertrauens und der Ruhe. Es gibt mir eine ganz andere Klarheit.

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Mag. Susanna Kubarth

Certified Hatha & Restorative Yoga Teacher

Certified Yoga Nidra Teacher

Meditative Tarot Teacher & Practitioner

Zertifizierte Systemische Geld&Wert Coach

 

Mail: info@embody-yoga.at

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